Brand im Hochhaus (Eine von mehreren Flash Fiction Storys die im Zuge einer Autorenarena 2021 in Facebook entstanden ist) Im 50. Stockwerk eines Hochhauses ist ein Brand ausgebrochen. Die Feuermelder und die Notbeleuchtung schalten sich gerade ein. Ich sitze hier in meinem neu bezogenen Büro, ebenfalls im 50. Stockwerk und raffe schnell meine wichtigsten Dinge zusammen. Es ist Samstag und ich bin allein auf der Etage. Als ich nach draußen auf den Gang trete schlägt mir schon der Qualm entgegen. Ich renne zur Toilette, mache mein Halstuch nass und binde es mir um Nase und Mund. Dann versuche ich zum Treppenhaus zu gelangen, doch die Türen dazu sind versperrt. Mist denke ich und versuche einen anderen Notausgang, doch auch dieser ist zugesperrt. Bei Feuer soll man nicht die Fahrstühle nehmen, dass lernt man früh, doch ich sehe trotzdem nach, ob er funktioniert. Nichts, der Fahrstuhl ist tot. Ich erinnere mich, dass im selben Stockwerk eine Manufaktur für Fallschirme ihren Sitz hat. Ich suche im Rauch der immer dichter wird, nach der richtigen Tür. Endlich finde ich sie, doch sie ist verschlossen. Hinter mir entdecke ich einen Kasten mit einer Axt. Ich binde mir meine Jacke um meinen Ellenbogen und zerschlage das Fenster. Die Axt ist schwer, doch ich schaffe es, den Türgriff zu zerschlagen und die Türe lässt sich öffnen. Drinnen angekommen, erkenne ich, dass es nur Büroräume sind und kein Lager weit und breit. Doch dann sehe ich einen weiteren Durchgang und da liegen sie. Schön aneinander gereiht und bereits für den Verkauf vorbereitet. Fallschirme. Ich schnappe mir einen, schnalle ihn mir um und als ich schon gehen wollte, drehe ich mich noch einmal um. Vorsichtshalber nehme ich mir noch einen zweiten mit, den ich mir vorne umschnalle. So ausgerüstet mache ich mich auf die Suche nach einem Fenster, dass man öffnen kann. Hier in diesen Räumen finde ich keines, es sind alles Sicherheitsfenster. Ich hole mir die Axt, die noch immer im Gang liegt und laufe weiter. Der Rauch brennt mir schon in den Augen, doch ich muss weiter und eine Öffnung finden. Ich komme an einem Büro vorbei, dass offen steht. Ich sehe hinein und bemerke, dass jemand ein Fenster eingeschlagen hat. Ist hier noch jemand? Vorsichtig sehe ich mich um und finde tatsächlich eine junge Putzfrau, die ohnmächtig neben ihren Wagen liegt. Ich schüttle sie und sie öffnet tatsächlich ihre Augen. Als sie mich sieht kommt sie zu sich und hustet sich beinahe die Lunge aus dem Körper, doch sie lebt. Ich gebe ihr einen meiner Fallschirme. Wir springen aus dem zerschlagenen Fenster hinaus, ziehen sofort die Reißleine. Unsere Fallschirme öffnen sich und bringen uns, mit ein paar Blessuren und einem gebrochenen Knöchel, aber lebend auf die Erde. © by Michaela Brenner 2021
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Kreatives Schreiben