Wenn tiere sprechen würden (Eine von mehreren Flash Fiction Storys die im Zuge einer Autorenarena 2023 in Facebook entstanden ist) Es war ein ganz normaler Morgen. Ich schleppte mich ins Badezimmer um ausgiebig zu duschen und die Müdigkeit aus meinem Körper zu waschen. Als ich schließlich fertig war und mir meine Haare bürstete hörte ich eine helle Stimme in meiner Wohnung. Erschrocken sah ich aus dem Badezimmer in den Flur hinaus. Ich ging zur Haustür, doch die war verschlossen. Es konnte also niemand hereingekommen sein. Gerade als ich zurück ins Bad wollte, hörte ich wieder jemanden sprechen. "Oh Mann, ich hab Hunger, wann bist du denn endlich mit dem Putzen fertig!" "Hallo?" ich rief in die Küche, woher die Stimme kam, doch da war niemand, außer meiner kleinen Katze Minki, die bereits Habt Acht vor ihrem Futternapf stand und mich mit hungrigen Augen ansah. Ich füllte ihren Futternapf und wollte zurück ins Bad als ich die Stimme wieder hörte. "Schon wieder das gleiche wie gestern, jetzt könntest du mir mal wirklich ein bisschen Abwechslung beim Essen gönnen." Mit einem Ruck drehte ich mich um und blickte Minki mit großen Augen an. Sie drehte den Kopf auf die Seite und sprach: "Könnte ich vielleicht mal Hühnchen haben, oder auch Leber wäre schön, statt dieser Pampe, die sie Katzenfutter nennen?" Ich ließ mich auf den nächsten Stuhl fallen und starrte meine Katze an. "Du sprichst?" sagte ich schließlich ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. "Klar, ich spreche ständig mit dir, doch du hast mir noch nie zugehört. Warum tust du es jetzt plötzlich?" Ich schluckte geräuschvoll und der Mund blieb mir offen. Schließlich fing ich mich wieder. "Ich hab dich noch nie sprechen gehört." "Ach, das ist der Grund warum ich nie das bekommen habe was ich wollte", sagte Minki und nickte verstehend. Das war der Beginn eines ganz neuen Lebens für mich. Ich erzählte meiner Familie und meinen Freunden von diesem Phänomen, doch die lachten nur und hielten alles für einen schlechten Scherz oder zweifelten ernsthaft an meinem Verstand. Ich beschloss, rauszugehen und mit den Tieren denen ich begegnete zu sprechen. Ich fing an, mit dem alten Labrador meines Nachbarn zu sprechen, den ich regelmäßig sah. Ebenso mit den Vögeln, die sich in einem Baum ein gemütliches Nest gebaut hatten. Sie bestätigten mir, dass sie mich tatsächlich verstehen konnten und erzählten mir ihre Geschichten. Ich lernte, dass ich diese Fähigkeit nutzen konnte, um die Tiere um mich herum besser zu verstehen und um ihnen zu helfen. Ich fing an, vermisste Haustiere aufzuspüren, indem ich ihre Freunde im Tierreich um Hilfe bat, und ich konnte sogar einige Krankheiten erkennen, indem ich mit ihnen über ihre Symptome und Schmerzen sprach. Schließlich kündigte ich meinen Job und ging wieder auf die Uni um Veterinärmedizin zu studieren. Als ich fertig war, eröffnete ich eine Tierklinik und ich kann mit Stolz behaupten, dass ich meinen Patienten jeden Tag genau zugehört habe. © by Michaela Brenner 2023
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Kreatives Schreiben