Flüstern zwischen den Welten
(Eine von mehreren Flash Fiction Storys die im Zuge einer Autorenarena 2024 in Facebook entstanden ist)
Ich
schwebte
durch
die
Schleier
der
Realität,
leicht
wie
ein
Hauch,
unsichtbar
für
die
Augen
der
Lebenden.
Mein
neues
Dasein
als
Geist
war
eine
stille
Existenz,
ein
Beobachter
am
Rande
der
Wahrnehmung.
Doch
ehe
ich
Frieden
finden
konnte,
musste ich meine Mission erfüllen: den Lebenden beweisen, dass Geister existieren.
Meine
ersten
Versuche
Kontakt
aufzunehmen
waren
zaghaft
–
ein
zartes
Pochen
in
der
Nacht,
leises
Flüstern,
das
meine
Nachrichten
zu
den
Lebenden
trug.
Ich
besuchte
mein
altes
Wohnzimmer,
wo
mein
Foto
noch
auf
dem
Kaminsims
stand,
umgeben
von
Kerzen
und
stillen
Erinnerungen.
Die
Familie,
die
ich
zurückgelassen
hatte, schaute durch mich hindurch, unfähig zu sehen, was direkt vor ihnen war.
Entschlossenheit
wuchs
in
mir.
Ich
musste
kreativer
werden,
deutlicher
in
meinen
Zeichen.
Eine
Bewegung
hier,
ein
flatternder
Vorhang
dort,
ein
Buch,
das
ohne
Zutun
vom
Regal
fiel.
Die
Reaktionen
reichten
von
erschrockenem
Staunen
bis
zu
rationalen
Erklärungsversuchen. Doch Zweifel säte ich in jedes Herz.
Dann
kam
der
Tag,
an
dem
ich
Jenny
begegnete,
ein
kleines
Mädchen
mit
einer
Gabe,
die
über
das
Sichtbare
hinausging.
Sie
sah
mich.
Echt
und
in
Farbe
sah
sie
mich,
mit
Augen,
die
die
Welt
anders
wahrnahmen.
Mit
ihr
als
meine
Verbündete
begann
ich,
eine
Brücke
zwischen
den
Welten
zu
bauen,
eine
Verbindung
zwischen
der
Welt
der
Toten
und
der
Welt
der
Lebenden.
Sie
versuchte
der
Familie
zu
erklären,
dass
es
Geister
wirklich
gab,
doch
keiner
glaubte
ihr
nur
ein
Wort.
Wir
planten
ein
Spektakel,
das
die
Familie
nicht
leugnen
konnte.
Während
eines
Festes,
als
der
Abend
sich
langsam
über
den
Garten
hüllte
und
die
Kerzen
in
einer
leichten
Brise
flackerten,
ließ
ich
die
Geisterwelt
lebendig
werden.
Die
Schaukel
schwang
von
allein,
die
Luft
erfüllte
sich
mit
dem
Klang
eines
unsichtbaren
Orchesters
und
ein
Lichtschein
umspielte
meine
Gestalt, so dass ich für einen flüchtigen und doch längeren Moment sichtbar wurde.
Die
Menschen
erstarrten,
einige
lachten
nervös,
andere
flüsterten
Gebete
und
bekreuzigten
sich.
Smartphones
zückend,
versuchten sie, das Unfassbare festzuhalten. Und Jenny stand in der Mitte und lächelte.
Am
Ende
dieser
Nacht,
als
die
Familie
in
aufgeregten
Gesprächen
und
wilden
Theorien
schwelgte,
fand
ich
endlich
Frieden.
Ich
hatte
meine
Botschaft
überbracht,
und
sie
wussten
nun,
dass
es
mehr
gab,
als
sie
sehen
konnten.
Mit
einem
letzten
Blick
durch
die
Schleier
der
Zeit
verabschiedete
ich
mich
und
löste
mich
auf,
bereit
für
das
nächste
Abenteuer,
bereit für das nächste Leben.
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