Die große Buchentführung
(Eine von mehreren Flash Fiction Storys die im Zuge einer Autorenarena 2024 in Facebook entstanden ist)
Es
war
der
Tag,
an
dem
die
Bibliotheken
und
alle
Bücherregale
der
Welt
leer
waren.
Nicht
ein
einziges
Buch
stand
mehr
in
den
Fächern,
nicht
einmal
ein
staubiger
alter
Reiseführer
oder
eine
vergessene
Enzyklopädie.
Es
waren
die
Außerirdischen,
die
alles mitgenommen hatten.
Warum,
fragt
ihr?
Nun,
es
stellte
sich
heraus,
dass
die
Aliens
–
kleine,
wuschelige
Wesen
mit
nur
einem
großen
Augen
im
Gesicht
–
eine
Schwäche
für
Geschichten
hatten.
Durch
einen
Navigationsfehler
waren
sie
auf
unseren
wunderschönen
Planeten
gestoßen
und
als
sie
unsere
vielschichtigen
Bücher
entdeckten,
war
es
um
sie
geschehen.
Sie
waren
ganz
vernarrt
in
unsere
Fantasie,
unsere
Wissenschaft,
unsere
Poesie
und
unser
unglaubliches
Talent
Geschichten
zu
erfinden.
Sie
konnten
nicht
genug
bekommen
von
Stephen
King,
Michaela
Brenner
oder
Jane
Austin.
Sie
verstanden
nicht,
dass
Bücher
nicht
nur
zum
Lesen
da
waren,
sondern
auch
zum
Teilen, zum Ermutigen, zum Lehren und zum Austauschen.
Nun
stand
ich
vor
dem
Raumschiff
der
Aliens,
die
sich
selbst
Wushelianer
nannten
und
vom
Planeten
Wushelia
stammten.
Ich
stand
da
und
versuchte
den
Aliens
zu
erklären,
dass
sie
die
Bücher
nicht
einfach
mitnehmen
konnten
und
unsere
Welt
damit
leer
und
verloren
zurücklassen
würden.
Ihr
einzelnes
Auge
strahlte
hell
auf
vor
Freude,
als
sie
von
"Shakespeare" und "Goethe" schwärmten.
"Ihr
müsst
die
Bücher
zurückgeben",
sagte
ich
sanft.
"Ohne
sie
ist
unsere
Welt
still
und
leer.
Bücher
sind
unsere
Lehrer,
unsere
Tröster,
unsere
Fluchtmöglichkeiten.
Ihr
könnt
nicht
einfach
unsere
Stimmen
mitnehmen
und
uns
in
der
absoluten
Stille zurücklassen."
Ich sah ihnen an, dass sie mir zuhörten und nachdachten.
Die
Aliens
blubberten
untereinander,
und
ich
konnte
sehen,
wie
sie
miteinander
diskutierten.
Dann,
in
einem
Moment
der
intergalaktischen
Einsicht,
gab
einer
von
ihnen
ein
Buch
zurück.
Es
war
"Der
kleine
Prinz",
und
er
zeigte
auf
die
Zeichnung
des Fuchses.
"Man
sieht
nur
mit
dem
Herzen
gut,
das
Wesentliche
ist
für
die
Augen
unsichtbar",
las
einer
der
Aliens
und
sein
Auge
glänzte feucht. "Ihr Menschen habt also auch Herzen, nicht nur Bücher."
Es
dauerte
nicht
lange
und
sie
verstanden
um
was
es
ging.
Bücher
waren
mehr
als
nur
einzelne
Worte
auf
Papier
–
sie
waren
ein
großer
Teil
unserer
Seele.
Und
so
kehrten
die
Bücher
zurück,
jedes
einzelne,
und
die
Wushelianer
blieben,
sie
blieben um zu lernen, zu teilen und vielleicht auch, um ihre eigenen Geschichten zu schreiben.
Als
die
allererste
intergalaktische
Bibliothek
eröffnet
wurde,
standen
an
der
Spitze
ein
Mensch
und
ein
Alien,
Seite
an
Seite. Ein Symbol für die Vereinigung zweier Welten durch die Magie der Geschichten.
© by Michaela Brenner 2024
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