Das gestohlene Weihnachtsfest (Eine von mehreren Flash Fiction Storys die im Zuge einer Autorenarena 2024 in Facebook entstanden ist) Der Dezember hatte seine kalten Arme um die Stadt gelegt, und die Weihnachtsstimmung sollte auf ihrem Höhepunkt sein. Doch in meinem Haus herrschte Leere, wo einst Lichterglanz und Tannenduft wohnten, hatte jemand jede Kugel, jeden Stern, jede Zuckerstange alles, was Weihnachten ankündigte aus meinem Zuhause entwendet. Es war, als hätte der Grinch persönlich meine Adresse in sein Unhold-Buch geschrieben. Fuchsteufelswild stand ich da, inmitten meines traurigen ungeschmückten Wohnzimmers, die Wände kahl, die Regale leer. Sogar die kleinen Rentiere aus Porzellan, die meine Oma mir vererbt hatte, waren verschwunden. "Das ist Krieg", murmelte ich, während ich meine detektivische Mütze aufsetzte metaphorisch gesprochen. Die Nachforschungen begannen. Ich suchte nach Hinweisen, nach Fußspuren im Schnee, nach verdächtigen Glitzerresten, die der Dieb vielleicht hinterlassen hatte. Es war eine Sache, mir mein Weihnachtsfest zu stehlen, aber eine ganz andere, die Erinnerung an Omas Lächeln mitzunehmen. Dann, gerade als ich dachte, ich müsste dieses Jahr ein Weihnachten wie ein Scrooge verbringen, fiel mir auf: Jedes Haus in der Straße war ebenso karg. Kein blinkendes Licht, keine singenden Engel, keine lachenden Schneemänner. Der Dieb hatte nicht nur mich, sondern die ganze Nachbarschaft beraubt. Wir versammelten uns, eine Schar von entschlossenen Weihnachtsenthusiasten, und schmiedeten einen Plan. Wenn wir keine Deko hatten, dann würden wir Weihnachten auf die altmodische Weise feiern mit Gesang, mit Geschichten, mit der Wärme unserer Gemeinschaft. Wir zogen von Haus zu Haus, unsere Stimmen vereint in "Stille Nacht, Heilige Nacht", unsere Herzen schwer, aber unbeugsam. Und dann geschah das Wunder. Während wir sangen, tauchten Kinder aus der Nachbarschaft auf, jedes mit einem selbstgebastelten Stern, jeder ein kleines Licht im Dunkeln. Diese wunderbaren Kinder brachten uns ihre Schätze. Ihre Eltern folgten ihnen, mit Keksen, mit heißem Kakao, mit einem herzlichen Lächeln und offenen Armen. Das Weihnachtsfest war gerettet, nicht durch glitzernde Bäume oder leuchtende Rentiere, sondern durch die reine, unkomplizierte Liebe, die von Herzen kam. Der Dieb hatte vielleicht unsere Dekoration gestohlen, aber den Geist von Weihnachten, den konnte er uns nicht nehmen. Als der Abend anbrach und die Straße in einem anderen Licht erstrahlte dem Licht der Gemeinschaft und der kleinen, selbstgebastelten Sterne wusste ich, dass dies ein Weihnachten war, das ich niemals vergessen würde. Und der Dieb? Nun, er wurde nie gefasst, aber wir hatten etwas gefunden, das viel wichtiger war als alles, was er uns hätte nehmen können. © by Michaela Brenner 2024
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